TUHH – Hamburg Open Online University (HOOU) https://www.hoou.de/p Wie lernen wir in Zukunft? Thu, 10 Jan 2019 12:45:45 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.11 Eine weitere Runde des RUVIVAL Simulation Games nun offiziell zu Ende https://projekte.hoou.de/p/2018/07/11/ruvival-simulationsspiel/ Wed, 11 Jul 2018 13:51:31 +0000 https://projekte.hoou.de/p/?p=4548 Hier geht es zur englischen Version dieses Beitrags.

Eine weitere Runde des RUVIVAL Simulation Games ist nun offiziell zu Ende gegangen. Einen Monat lang haben studentische Teams der Technischen Universität Hamburg in Deutschland und der ICAM in Frankreich an der Planung von vier Ökodörfern in einer simulierten Welt gearbeitet. Auch externen Teilnehmern und Teilnehmerinnen war es möglich mitzumachen und in der simulierten Welt Rollen zu übernehmen.

Geplant wurde von Wales bis nach Äthiopien- Die Aufgabe bestand darin auf die unterschiedlichen geographischen, politischen, wirtschaftlichen und klimatischen Bedingungen einzugehen. Es mussten Lösungen für z.B. die Wasser- und Energieversorgung gefunden und nachhaltige Konzepte für die Landwirtschaft entwickelt werden.

Genau wie in der echten Welt, leben die virtuellen Ökodörfer von intensivem Austausch und guter Zusammenarbeit. Deshalb ist es umso erfreulicher, dass auch das Simulationsspiel selbst immer weiter wächst. In dieser Runde gab es 119 Menschen die teilnahmen! Um den Austauschprozess zu verdeutlichen, hier ein paar Zahlen: Es wurden über 180 Artikel in der spielinternen Zeitung verfasst. Das sind 130 mehr als in der letzten Runde! Während der gesamten Zeit des Planspiels wurden insgesamt 450 Posts geschrieben, diese wurden in 2700 Kommentaren diskutiert und mit fast 35 000 Likes versehen.

Die Ökodorf Planer und Planerinnen aus verschiedensten Teilen der Erde haben sich gegenseitig inspiriert. Da war das Reisebüro schwer beschäftigt alle Tickets zu verbuchen. Es wurden 20 Reisen durch die virtuelle Welt gebucht. Dabei war Pembrokeshire in Wales mit 7 Besuchern und Besucherinnen das beliebteste Reiseziel. Oben auf der rechten Seite sieht man das Ticket eines Reisenden.

Siehst du die Erde in dem Bild oben? Die Erde spielt eine herausragende Rolle in unserer virtuellen Welt und wir würden ihr großes Unrecht tun, wenn wir ihre Wichtigkeit verschweigen würden. Über sie läuft die gesamte Kommunikation mit der anderen Welt und sie koordiniert und beaufsichtigt die Travel Agency und das Newspaper.

Letzte Woche fand schließlich die große online Abschlusskonferenz mit mehr als 50 Rednern und Rednerinnen statt. Sie wurden von ihren Gruppen als Delegierte geschickt und waren vor allem von Hamburg, Paris und Toulouse aus eingeloggt.

Ist es möglich ein Fahrrad aus Bambus zu bauen, der in einem Feuchtbiotop gewachsen ist, das man auch zur Abwasserbehandlung nutzen kann? Und wie können wir verantwortungsvolles und nachhaltiges Handeln fördern ohne dabei auf restriktive Strafsysteme zurückgreifen zu müssen? Welche nicht autoritären Ansätze gibt es? Welches System zur Wasserspeicherung ist für die gegebenen klimatischen und geographischen Bedingungen das Beste? Diese Fragen und noch viele mehr wurden in der Abschlusspräsentation beantwortet.
Es wurde deutlich, dass die Planungsprozesse in allen Eco-Towns durch den lebendigen Austausch untereinander stark bereichert wurden.

Wir sind jetzt schon gespannt wie es weiter geht mit dem Austausch, den Lernprozessen und dem Wissenstransfer in einem immer weiter wachsenden Simulation Game.

Wir lassen es euch wissen, wenn das Simulation Game in die nächste Runde geht!

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Zusammenarbeit von Schülern, Schülerinnen und Studierenden in HOOU Projekten https://projekte.hoou.de/p/2017/10/11/zusammenarbeit-von-schuelern-schuelerinnen-und-studierenden-in-hoou-projekten/ Wed, 11 Oct 2017 12:10:02 +0000 https://projekte.hoou.de/p/?p=4374 Die Vision der Hamburg Open Online University, sich neuen Zielgruppen gegenüber zu öffnen, wird tatsächlich gleich in drei HOOU-Projekten der Technischen Universität Hamburg Wirklichkeit: Kniffelix, MikiE und RUVIVAL.

Im Rahmen einer Praktikumswoche erstellten Schüler aus dem Oberstufenprofil Ökosystemforschung der Goethe-Schule-Harburg OER-Experimentier-Materialien für Kniffelix, dem HOOU-Angebot der “Kinderforscher an der TUHH“. Die Kinderforscher an der TUHH organisieren seit über zehn Jahren Nachwuchs-Experimentier-Projekte an Schulen. Über verschiedene Kooperationen entstand der Kontakt zu Olaf Zeiske, Referent im MINT- und im Medienreferat der Behörde für Schule und Berufsbildung und zugleich Lehrer an der Goethe-Schule-Harburg. Sein Profilkurs rief für Kniffelix das Yeast! Labor ins Leben. Im Labor finden Nutzer Experimentieranleitungen zu Versuchen mit Hefe, die Biologieinhalte aus dem schulischen Curriculum aufgreifen.

Im Rahmen des Projekts MikiE – Mikroben im Einsatz hat das Institut für Technische Mikrobiologie vielfältige Open Educational Resources zur Vermittlung der komplexen mikrobiologischen Lerninhalte geschaffen, wie zum Beispiel ein Wiki mit Infotexten, Videos und Quiz-Elementen. In einem vierwöchigen Online-Kurs entwickelten Studierende gemeinsam mit Oberstufenschülern und -schülerinnen der Goethe-Schule-Harburg Prozesspläne zum Einsatz extremophiler Mikroorganismen. Jedes Team nahm sich hierbei ein eigenes anwendungsorientiertes Thema vor, wie zum Beispiel die Weiterentwicklung von Treibstoffen aus Bio-Ethanol oder die Optimierung von Waschverfahren mit Hilfe von Enzymen.

In dem Projekt RUVIVAL erstellen Studierende in Zusammenarbeit mit Doktorandinnen und Doktoranden sowie wissenschaftlichen Mitarbeitenden des Institutes für Abwasserwirtschaft und Gewässerschutz offene Lernressourcen, wie interaktive Vorlesungen, Quizelemente und Legetrickfilme, zu Themen wie Erosionsbekämpfung, Grundwasseranreicherung und Bodenverbesserung. Die RUVIVAL-Website wird wöchentlich um neue Lerneinheiten und Elemente ergänzt. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Oberstufenprofil Ökosystemforschung an der Goethe-Schule-Harburg und einem von der Geografielehrerin Christine Geppert angeleiteten Geografiekurs an der Stadtteilschule Oldenfelde bekamen Schülerinnen und Schüler nun die Möglichkeit, unter Betreuung des RUVIVAL-Teams eigene OER-Einheiten zu konzipieren und zu produzieren, die in das öffentlich zugängliche Lernarrangement eingebunden werden.

Olaf Zeiske über seine Erfahrungen mit den drei OER-Projekten:
„MikiE, RUVIVAL und Kniffelix zeigen sehr interessante Ansätze, wie sich universitäre OER-Angebote zur Bereicherung des Schulunterrichts nutzen lassen können. Hier entstehen neue Spielräume für das schulische Lernen. Überdies werden neue Schnittstellen zur Studienorientierung erkennbar. Geprägt ist das Ganze von einer hohen fachlichen Qualität und vielschichtigen Anforderungen an das fachliche Reflektieren, Produzieren und Kommunizieren in einer digital gestalteten Lernumgebung. Im Grunde entsteht hier gerade ein faszinierendes Experiment, das an fachlichen Inhalten orientiert phasenweise die Grenzen zwischen Schulunterricht und Studium auflösen lässt – mit vielseitigen Vorteilen für alle Beteiligten.“

Die drei HOOU-Projekte RUVIVAL, MikiE und Kniffelix schaffen auf diese Weise attraktive Lernangebote für Schüler und Schülerinnen, die für die TUHH als potenzielle Studierende von morgen eine sehr wichtige Zielgruppe darstellen. Überdies geben die Projekte bedeutende Impulse für die Weiterentwicklung digitaler Lehr- und Lernszenarien.

Weiterführende Links:

Bericht über das Kniffelix Yeast! Labor auf dem HOOU Blog

Beitrag über das Online-Lernangebot „Extremophile“

Bericht über die OER Produktion der SchülerInnen

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Wieso kommt Ketchup immer mit einem Schwall aus der Flasche? https://projekte.hoou.de/p/2017/09/14/wieso-kommt-ketchup-immer-mit-einem-schwall-aus-der-flasche/ Thu, 14 Sep 2017 18:39:43 +0000 https://projekte.hoou.de/p/?p=4367 Neue Kniffelix Mission geht den Eigenheiten der roten Soße nach

Wer kennt diese Situation nicht? Da freut man sich auf seine leckeren Pommes, doch als man Ketchup über sie gießen möchte, bleibt die rote Soße einfach in der Flasche stecken. Haut man dann aus Frust einmal kräftig auf den Flaschenboden, ergießt sich der Ketchup in einem großen Schwall über das Essen. Die Pommes ertrinken im Ketchup. Doch wie bekommt man den Ketchup aus der Flasche, ohne gleich meinen gesamten Teller zu überfluten?

Dieser Frage können Fast-Food-Liebhaber in der neuen Forschungsmission von Kniffelix, dem HOOU-Angebot der Kinderforscher an der TUHH, nachgehen. Im Rahmen des Experimentierblogs können die Nutzer das Fließverhalten von Flüssigkeiten untersuchen und die Eigenschaften von Ketchup erkunden. Dabei kommen sie dahinter, wie sie Ketchup in Zukunft wohl portioniert auf den Teller bekommen. Keine Überflutungsgefahr mehr!

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Bei Kniffelix wird HEFtig Experimentiert https://projekte.hoou.de/p/2017/06/12/bei-kniffelix-wird-heftig-experimentiert/ Mon, 12 Jun 2017 20:00:28 +0000 https://projekte.hoou.de/p/?p=4308 Hefe und ihre Enzyme sind den Menschen bereits seit Jahrhunderten beim Backen von Brot oder Brauen von Bier behilflich. Heutzutage kommen Hefen auch bei der Herstellung von Insulin für Diabetiker zum Einsatz.

Als Biokatalysatoren sind Hefen nicht nur für die Wissenschaftler an der TUHH interessant, sie eignen sich auch hervorragend als Modellorganismen für den Biologieunterricht.

Bei Kniffelix könnt ihr nun in unserem Yeast! Labor  die Eigenarten der Hefe näher unter die Lupe nehmen. Zusammen mit Schülern des Oberstufenprofils „Ökosystemforschung“ an der Goethe Schule Harburg wurden Experimente mit Hefe entwickelt, welche Bildungsthemen der Molekularbiologie, Enzymkinetik und Ökologie aufgreift und sich somit in den naturwissenschaftlichen Fachunterricht integrieren lässt.

Auf Kniffelix finden Schüler nun Videotutorials und Erklärtexte zu den Themen der einzelnen Versuche, für Lehrer gibt es weiterhin Infomaterialien zum Download. Unsere Yeast! Klasse um den Lehrer Olaf Zeiske ist gespannt wie die Hefeexperimente in anderen Klassenzimmern ankommen und freuen sich über Feedback!

Viel Spaß beim Experimentieren!

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Abschlussveranstaltung: Online-Lernangebot „Extremophile“ https://projekte.hoou.de/p/2017/06/09/abschlussveranstaltung-online-lernangebot-extremophile/ Fri, 09 Jun 2017 15:37:56 +0000 https://projekte.hoou.de/p/?p=4305 Zwanzig Schülerinnen und Schüler der Goethe-Schule-Harburg statteten der TUHH am 6. Juni 2017 einen Besuch ab. Anlass war die Abschlussveranstaltung zum vierwöchigen Online-Lernprojekt „Extremophile“, an dem 20 Schülerinnen und Schüler im Alter von 17 und 18 Jahren im Mai 2017 teilgenommen hatten. Entstanden ist das Lernangebot im Rahmen des HOOU-Projektes “MikiE – Mikroben im Einsatz” (www.hoou.de) in Kooperation mit dem Institut für Technische Mikrobiologie und dem Zentrum für Lehre und Lernen.

Die Schülergruppe durfte “Versuchskaninchen” im ersten Durchlauf des Online-Kurses “Extremophile” spielen: In drei virtuellen Teams traten sie zum Wettstreit um den „Enzym-Power-Preis“ an. Aufgabe war es, verschiedene Verfahren (wie die Waschmittel- oder die Bioethanolproduktion) durch den Einsatz extremophiler Mikroorganismen umweltverträglicher zu gestalten. Ihre Ideen und Ergebnisse trugen die Lerndenen im Kursverlauf in einem Online-Whiteboard zusammen.

Die Motive der Schülerinnen und Schüler teilzunehmen waren sehr unterschiedlich: Manche interessierten sich aufgrund ihres schulischen Biologieschwerpunktes vor allem für das Thema Enzyme. Andere wiederum fanden es spannend, einmal einen Online-Kurs zu belegen oder aber aktiv an einem Hochschulprojekt mitzuarbeiten, zumal auch drei Studierende in den Teams vertreten waren.

Auf der Abschlussveranstaltung hatten die drei Teams Gelegenheit, ihre Arbeitsergebnisse zu ihrem Prozess noch einmal live zu präsentieren. Darüber hinaus gaben sie dem Plenum einen Einblick in ihre Erfahrungen mit dem Online-Lernen und in die Herausforderungen im Umgang mit verschiedenen Online-Tools. Schon im Kursverlauf hatte sich gezeigt, dass es nicht allen ganz leicht fiel, sich online im Team zu organisieren und für alle sichtbare Beiträge im Lernraum einzustellen. Andere wiederum fanden sich schnell in das Online-Whiteboard ein und arbeiteten an ihren Lösungsansätzen.

In den Präsentationen der Abschlussveranstaltung äußerten die Schülerinnen und Schüler, dass das Lernangebot eine gute Erfahrung gewesen sei, da sie im Schulkontext bislang nur selten mit Online-Lernprojekten in Berührung gekommen seien.  Vor allem das Grundprinzip des Whiteboards, online verschiedene Medienformate zusammenzustellen und sich parallel im Chat auszutauschen, habe ihnen gefallen. Doch natürlich nannten sie auch Punkte, die das Arbeiten zum Beispiel im Whiteboard erschwerten, z.B. teilweise auftretende Unübersichtlichkeit oder das fehlende Feature, Änderung rückgängig zu machen.

Insgesamt ein sehr wertvolles Feedback, das das MikiE-Team auswerten und nutzen wird, um das Online-Lernarrangement weiterzuentwickeln und noch attraktiver zu gestalten. Die nächsten MikiE-Lernerinnen und -Lerner warten nämlich schon: Im September ist ein weiterer Kurs mit einer Gruppe von Studierenden der Pädagogischen Hochschule Weingarten geplant.

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Ein technisches System für die kollaborative OER-Entwicklung im Experimentierfeld der TUHH https://projekte.hoou.de/p/2017/06/01/ein-technisches-system-fuer-die-kollaborative-oer-entwicklung-im-experimentierfeld-der-tuhh/ https://projekte.hoou.de/p/2017/06/01/ein-technisches-system-fuer-die-kollaborative-oer-entwicklung-im-experimentierfeld-der-tuhh/#comments Thu, 01 Jun 2017 07:00:19 +0000 https://projekte.hoou.de/p/?p=4277 von Axel Dürkop, Andreas Böttger, Tina Ladwig und Sönke Knutzen

Das Experimentierfeld der HOOU bietet den beteiligten Hochschulen die Möglichkeit, Erfahrungen und Erkenntnisse in den Bereichen der Mediendidaktik und Hochschulentwicklung zu sammeln und Neues auszuprobieren (vgl. Schwalbe, Peters, Ladwig, Jackewitz, Göcks & Knutzen, 2017, in diesem Blog). An der TUHH haben wir in diesem Sinne ein technisches System entwickelt, das für die Konzeption, Entwicklung und Weiternutzung von Open Educational Resources (OER) im Rahmen der HOOU sinnvoll und begründet erscheint (vgl. Dürkop, 2016, in diesem Blog). Im folgenden Artikel wollen wir unsere Erfahrungen und Ergebnisse teilen und reflektieren. Dazu werden wir die beteiligten technischen Komponenten vorstellen und erläutern, wie wir sie im Zusammenspiel einsetzen und in unsere Arbeitsabläufe integrieren. Abschließend werden einige Ergebnisse aus dem Vorprojekt vorgestellt, die mit dem System entstanden sind. Die Reflexion unserer Erkenntnisse und Erfahrungen sowie ein Ausblick auf den Fortgang der Entwicklung beschließen den Beitrag.

Inhalt

GitLab: Zentrale Kollaborationsplattform

Mit engagierter Unterstützung des Rechenzentrums der TUHH hosten wir seit 2016 eine Instanz der freien Software GitLab, die weltöffentlich ist und allen Interessierten zur Verfügung steht. Dabei war uns wichtig, die Registrierung auf der Plattform unabhängig von der Hochschulzugehörigkeit zu ermöglichen, um offene und institutionsübergreifende Lehr- und Forschungsgemeinschaften aufbauen zu können. GitLab kommt an der TUHH in Lehre und Forschung sowie in verschiedenen OER-Projekten zum Einsatz. Die Arbeitsumgebung wird an der TUHH von einer wachsenden Zahl Lehrender und Forschender eingesetzt, die den sicheren Rechtsrahmen der Hochschule sowie die Gestaltungs- und Kontrollmöglichkeiten der freien Softwarelösung proprietären Diensten wie bspw. GitHub vorziehen.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Das Aufsetzen von GitLab an der TUHH erforderte die Aushandlung diverser, insbesondere datenschutzrechtlicher Rahmenbedingungen. Dies begründet sich besonders auf der Tatsache, dass die GitLab-Instanz der TUHH nicht nur Hochschulangehörigen zugänglich gemacht wurde. Vor dem Launch der GitLab-Instanz fanden zahlreiche Aushandlungsprozesse zu Verfahrensbeschreibung und Risikoanalyse, aber auch zu Datenschutz und Nutzungsbedingungen statt. An diesen Prozessen waren Mitarbeiter_innen des Rechenzentrums der TUHH, juristische Vertreter_innen und wir beteiligt. Die hieraus entstandenen Dokumente wurden in weiteren Feedbackschleifen mit dem Datenschutzbeauftragten diskutiert und angepasst, bevor die GitLab-Instanz am 17. November 2016 weltöffentlich zugänglich gemacht wurde.

Offener Zugang und hochschulübergreifende Kollaborationsmöglichkeiten in GitLab an der TUHH

Dass GitLab seine Stärken in der Verwaltung von Quellcode hat und angetreten ist, eine ganzheitliche Produktionsumgebung für Software zu sein, belegen die zahlreichen Industrievertreter und Communitys, die es in diesem Sinne einsetzen. Wir wollten herausfinden, was es für die Entwicklung von Artefakten leistet, die nicht vornehmlich aus Quellcode entstehen, sondern aus Text und weiteren digitalen Medien. Dafür haben wir uns zunächst den Potenzialen von Static-Site-Generatoren zugewendet, die wir zusammen mit GitLab zu einem generellen Produktionsworkflow vereint haben.

GitBook und andere Static-Site-Generatoren

Wie an anderer Stelle beschrieben, sind Static-Site-Generatoren hinsichtlich technischer und konzeptioneller Anforderungen an OER geeignet, einen Kreislauf von Produktion, Distribution, Weiterverwendung und Weiterentwicklung zu ermöglichen. Die Quelltexte und Rohmaterialien liegen zur einfachen Weiterverwendung und -entwicklung vor und können mit freier und quelloffener Software verhältnismäßig leicht verarbeitet werden.

Wir haben uns an der TUHH entschieden, den Static-Site-Generator “GitBook” genauer auf sein Potenzial zu untersuchen und für die Produktion von OER-Material in der HOOU und am ITBH zu verwenden. Dabei haben wir uns von Anfang an den Möglichkeiten der freien Software “GitBook” orientiert und auf die Benutzung des Services GitBook.com verzichtet, um größtmögliche Freiheiten bei der Umsetzung des vorgeschlagenen Systems zu haben.

Die Software GitBook ist ein vergleichsweise einfach zu handhabender Static-Site-Generator, der aus beliebig vielen Markdown-Dateien ansprechende HTML-Konstrukte PDF- und ePub-Dokumente erzeugt. Durch seine Offenheit kann die Ausgabe beliebig in Layout und Gestaltung angepasst werden, was wir u.a. im HOOU-Projekt “Hop-on – Wege zum Berufsabschluss” (s. auch Ergebnisse) ausgenutzt und ausgereizt haben.1

GitBook und GitLab zusammen erlauben auf verschiedene Weise die Zusammenarbeit an OER-Projekten. Durch die Funktionen von GitLab ist darüber hinaus auch eine Form der Partizipation gegeben, die echte Teilhabe an allen Bestandteilen eines Projekts bedeutet.

Technisches Ermöglichen von Partizipation

Die Quelldateien der GitBooks, die wir in den vergangenen Monaten als Open Educational Resources erarbeitet haben, verwalten und teilen wir in der GitLab-Instanz an der TUHH. Die Mitarbeit und Weiternutzung im Sinne von Wileys 5R ist dabei auf unterschiedliche Weise technisch möglich:

Klonen und Forken

Wie auch von GitHub bekannt, kann der Quelltext der Projekte für eigene Zwecke geklont werden, denn die entstandenen Materialien stehen alle unter Creative-Commons-Lizenzen, die dies erlauben. Mit einer Registrierung im GitLab der TUHH können die Quelltexte auch geforkt, also in den eigenen Account kopiert werden (vgl. Screenshot).

Öffentliche Repositorien mit OER-Quelldaten können in GitLab geklont und geforkt werden.

Mitarbeiten im Projekt

Externe Interessierte können über den Button Request Access ihr Interesse an der Mitarbeit signalisieren und ggf. in das Projektteam aufgenommen werden (vgl. Screenshot).

Über einen Button auf der Startseite eines Projekts kann die Mitarbeit angeboten werden.

Vorherige Verabredung auf Zusammenarbeit

Am einfachsten und sinnvollsten ist sicherlich eine vorhergehende Verabredung zur Zusammenarbeit an einem OER-Projekt, die in der Regel über Kommunikationswege außerhalb von GitLab erfolgt.

Um die Autor_innen und Domänenexpert_innen nicht mit zuviel Technik zu verschrecken, die sie für alle diese Potenziale auf ihren Rechnern installieren und benutzen müssten, haben wir an der TUHH einen Workflow entwickelt, der einen einfacheren Einstieg ermöglicht. Zum besseren Verständnis des gesamten Systems, das dabei zum Einsatz kommt, muss zunächst noch eine weitere technische Komponente vorgestellt werden.

Docker: schnelle und experimentierfreudige Entwicklung

Docker ist eine freie Software für die schlanke Virtualisierung von Systemen und Diensten. In der Welt von Docker dienen beschreibende Skripte als Bauanleitungen für virtuelle Maschinen (images). Von diesen Abbildern können beliebig viele identische Container gestartet werden, in denen Anwendungen und Dienste laufen. So können bspw. alle Softwarekomponenten, die für einen Static-Site-Generator notwendig sind, in einem Docker-Image reproduzierbar untergebracht werden.

An der TUHH nutzen wir Docker mittlerweile in verschiedenen Zusammenhängen, weil es uns eine hohe Geschwindigkeit im Entwickeln und Experimentieren ermöglicht, auch beim Ausprobieren von Tools für Lehrlernzusammenhänge. In Kombination mit dem zuvor beschriebenen System von GitLab und GitBook ermöglicht uns Docker, schnell und unkompliziert die Generierungsprozesse der Static-Site-Generatoren serverseitig abzulaufen zu lassen und die Ergebnisse im Netz bereitzustellen. Der entsprechende Ablauf kann in Kürze wie folgt beschrieben werden:

  1. Autor_innen ergänzen/verändern Inhalte in GitLab.
  2. Ein dem Projekt zugeordneter GitLab-Runner reagiert auf die Veränderung und zieht sich den aktuellen Stand des Repositoriums aus GitLab (die Markdown-Dateien).
  3. Auf Basis eines Docker-Images wird ein neuer Docker-Container gestartet, in dem alle Softwarekomponenten für die Generierung bspw. eines GitBooks enthalten sind, und startet ihn.
  4. Das GitBook-HTML-Konstrukt sowie das GitBook-PDF werden erzeugt.
  5. Die entstandenen Artefakte werden auf einen Webserver geschoben, der Container wird gelöscht.
  6. Der Vorgang dauert ca. 30 Sekunden und kann anschließend von vorne begonnen werden.

GitLab als Content-Management-System

Durch die Verlagerung der fortlaufenden Generierung von Artefakten auf die Seite des Servers können auch Domänenexpert_innen und Autor_innen ohne viel “Kommandozeilenerfahrung” in der Logik von Git und GitLab mitarbeiten (vgl. dazu Dürkop, 2016, in diesem Blog). GitLab wird zu einem Content-Management-System, das einige Kenntnisse von Markdown als Auszeichnungssprache sowie das Erlernen bestimmter Workflows im Browser erfordert. Die initiale Struktur für die Static-Site-Generatoren, die wir verwenden, wird momentan noch von denjenigen angelegt, die sich am besten mit dem entwickelten System auskennen. In peer-to-peer-Lernrunden geben wir das Wissen und die Erfahrungen zu dem System momentan wöchentlich weiter, sodass Teammitglieder selbstständiger arbeiten können und in der Lage sind, auch komplexere Workflows zu verfolgen.

Ansicht eines Markdown-Dokuments im GitLab-Editor. Hier wären noch Formatierungsbuttons wünschenswert, die Einsteiger_innen das Lernen von Markdown erleichtern könnten.

Eine gewisse Lernkurve des Systems ergibt sich aus den Abläufen der Kollaboration, die im Zusammenhang mit Git und GitLab unvermeidbar ist. Jedoch haben wir in der Zusammenarbeit festgestellt, dass diese auch für “Nichtinformatiker_innen” keine unüberwindbare Hürde darstellt.

Qualitätssicherung in der OER-Entwicklung

Die vorgestellten Komponenten bieten hinsichtlich der Abstimmung und Qualitätssicherung einige Möglichkeiten, die im folgenden kurz vorgestellt werden sollen.

Diskussionen über Merge Requests

Ein wesentlicher Vorteil der Kollaboration an Softwarequellcode auf Plattformen wie GitHub und GitLab ist der Mechanismus des Code Reviews. Dabei wird mehr oder weniger streng eingefordert, dass die Community auf neue Beiträge schaut und ebenso fundiert wie konkret Kritik übt. In der Logik von GitLab heißt das, dass jemand etwas schreibt und dann mit einem Merge Request um die Integration seines Beitrags ins große Ganze des Projekts bittet. Das gilt für Text genauso wie für Code. In diesem Moment besteht die Möglichkeit, den Beitrag von mehreren Augen begutachten und kommentieren zu lassen (vgl. Screenshot).

Ansicht eines Merge Requests, hier aus dem Projekt Hop-on. Grüne Zeilen wurden ergänzt, rote entfernt. In diesem Moment können zeilenweise und/oder global Anmerkungen an den Beitragenden geschrieben werden.

Überträgt man diesen Ansatz auf die (Weiter)entwicklung von OER mit Markdown-Dateien, ist eine verlässliche Qualitätskontrolle durch einen permanenten und iterativen Reviewprozess möglich. Was oft durch Emailpingpong mit Office-Dokumenten im Korrekturmodus stattfindet, wird in die Browseroberfläche verlagert. Die Zusammenarbeit in den OER-Teams an der TUHH und die Ergebnisse haben gezeigt, dass ein Umstieg auf diese Form der transparenten und effektiven Kollaboration möglich und sinnvoll ist.

Vorschau auf Beiträge und Änderungen mit Review Apps

Der zuvor beschriebene Zusammenhang von GitLab und Docker bringt für die Qualitätssicherung in der OER-Entwicklung einen großen Vorteil, den GitLab durch die Funktion Review Apps bietet. Einmal eingerichtet, erlauben Review Apps die Generierung des OER-Materials für jeden parallelen Entwicklungsstrang (branch2) eines Projekts durch einen separaten Docker-Container. Auf diese Weise lassen sich konkurrierende und jeweils vollständige Vorschauversionen von GitBooks und anderen Generator-Artefakten erstellen, die anschließend mit dem Team in Merge Requests diskutiert werden können. Autor_innen erhalten mit Review Apps Arbeitsbereiche, in denen sie alle Freiheiten für Experimente und Vorschläge haben, die sie mit anderen diskutieren wollen.

Gerade die Funktion der Review Apps in GitLab bietet für die Entwicklung von OER-Material Vorteile und Möglichkeiten, die in anderen Systemen zur Dokumentenerfassung nicht gegeben sind (Wikis, GoogleDocs, Blogs).

Die Möglichkeiten, Projekte in GitLab zu dokumentieren und im Prozess ihrer Entwicklung zu diskutieren, sind durch Issues und Wikis zwar gegeben. Jedoch wollten wir herausfinden, was ein anderes mittlerweile viel gelobtes und verwendetes Tool für die Projektkommunikation und das Projektmanagement leistet.

Projektkommunikation mit Mattermost

Slack hat sich im Softwarebereich als wichtiges Kommunikationstool etabliert und wird zunehmend auch in Forschung und Lehre genutzt. Da wie bei allen proprietären Tools nicht klar ist, wie verlässlich und nachhaltig es ist, haben wir uns an der TUHH für die freie Alternative Mattermost entschieden. Wir koordinieren seit 2016 HOOU-Projekte damit und nutzen das Tool auch für die instituts- und institutionsübergreifende Kommunikation am ITBH. Seit dem Sommersemester 2017 setzen wir Mattermost auch in der Lehre ein. Mattermost lässt sich technisch mit GitLab koppeln, was dazu führt, dass die Webentwicklung direkt mit der Diskussion und dem Austausch um und in den Projekten verschränkt ist. Neue Issues und Kommentare tauchen direkt im Stream des entsprechenden Kanals in Mattermost auf und zeigen dort immer aktuelle Aktivitäten der beteiligten Menschen und technischen Systeme an. So sind kurze Reaktionszeiten möglich und eine Kultur des “Slack” kann sich etablieren: Wer gerade Zeit hat, kümmert sich um ein Problem (vgl. Leopold & Kaltenecker, 2013).

Im Folgenden wollen wir die vorgestellten technischen Komponenten in das Experimentierfeld der HOOU einordnen.

Das beschriebene System im Experimentierfeld an der TUHH

Die vorgestellten Komponenten ergeben zusammen ein komplexes technisches System, das kollaborative Arbeitsprozesse ermöglicht, die auf einer höheren Ebene einander ähnlich und damit generisch sind:

Gearbeitet wird gemeinsam mit Git/GitLab an offenen Code-/Textkonstrukten, die serverseitig mit Generatorsoftware in weitere Artefakte und Konstrukte überführt werden können.

Das aktuelle technische System, das wir an der TUHH ins Zentrum des Experimentierfelds für die HOOU gerückt haben, ist in der folgenden Abbildung noch einmal in seinen Kernkomponenten zusammengefasst und im Kontext des Experimentierfelds an der TUHH verortet.

Darstellung des Experimentierfelds der HOOU an der TUHH

Auch andere Tools, die unsere HOOU-Kolleg_innen an der TUHH im Experimentierfeld der HOOU einsetzen, werden mittlerweile auf Basis von Docker gehostet, so z.B. die WordPress-Instanz von Kniffelix, Humhub aus dem Projekt Ruvival sowie H5P im MikiE-Projekt. Auch das Discourse-Forum der Learning Community an der TUHH läuft als Docker-Container und wird in die GitBooks eingebunden.

Ergebnisse aus dem beschriebenen System

Während das beschriebene System im April 2016 noch im Stadium eines Vorhabens war, läuft es mittlerweile produktiv und hat innerhalb und außerhalb des HOOU-Kontextes Ergebnisse hervorgebracht. Die durchgeführten Projekte haben allesamt dazu gedient, das System weiter auszuarbeiten, Menschen zur Zusammenarbeit zu motivieren und damit Wünsche und Anforderungen zu ermitteln, die wiederum in die HOOU zurückfließen.

Hop-on – Wege zum Berufsabschluss3

Homepage der Website von “Hop-on”

Im technischen Zentrum des HOOU-Projekts Hop-on steht eine Django-Anwendung, die einen Fahrplan zur Ermittlung der Berufsbiographie von Migrant_innen und Geflüchteten bereitstellt. Die Ergebnisse, die dieser Fahrplan liefert, liegen in GitLab als eigenständiges GitBook vor. Kommt eine Nutzerin/ein Nutzer zu einem Fahrplanergebnis, lädt Django das nötige Dokument als Markdown-Datei direkt aus GitLab, wandelt es in HTML um und zeigt es innerhalb der Hop-on-Website an. Mit diesem Ansatz wollten wir herausfinden, wie man Forkability und Eigenständigkeit von OER-Materialien bewahren kann und gleichzeitig deren Teile in anderen technischen Kontexten nutzbar macht.

Darüber hinaus wurde das Hop-on-Buch entwickelt, welches ebenfalls als GitBook mit frei verfügbarem Quelltext vorliegt. Hier ging es uns darum herauszufinden, wie man das HTML-Theme von GitBook so abwandeln kann, dass es sich ohne iframe in das Design eines Webseitenkontrukts – hier Django – integrieren lässt.

Ein technischer Aspekt, der uns in diesem Projekt auch interessiert hat, war die Tauglichkeit von GitBook für die Bereitstellung von Inhalten mit Rechts-nach-links-Schrift (RTL). GitBooks können zuverlässig multilingual generiert werden, was wir im Hop-on-Projekt für die Sprachen Deutsch, Arabisch und Farsi nutzen. Für die Übersetzung verwenden wir die Plattform Crowdin und gehen hier nach einem Workflow vor, den wir uns von den Django Girls abgeschaut haben: Auch sie veröffentlichen ihr beliebtes Django-Tutorial als GitBook in zahlreichen Sprachen und haben den Übersetzungsworkflow mit Crowdin automatisiert. An anderer Stelle werden wir diesen Workflow detailliert entfalten, hier sei nur erwähnt, dass Crowdin hervorragend mit GitLab zusammenarbeitet, sodass Übersetzungsprozesse von Markdown-Dokumenten als halbautomatisches Wechselspiel zwischen GitLab und Crowdin ablaufen.

Zwischenfazit. Das Projekt Hop-on war nicht nur inhaltlich eine bereichernde Erfahrung. Es hat hinsichtlich der Technikentwicklung im Experimentierfeld der TUHH als Katalysator gedient, durch den wir viel über die Nutzung von Softwareentwicklungsparadigmen für die OER-Entwicklung herausfinden konnten.

BiotechAll – Biotechnologie im Alltag

Screenshot des GitBooks von “BiotechAll”

Das Projekt BiotechAll von Prof. Dr. Andreas Liese und seinem Team ist ebenfalls als GitBook in der GitLab-Umgebung der TUHH entstanden. Die inhaltliche Arbeit haben wissenschaftliche Mitarbeiter durchgeführt, die zuvor mit dem Git-Kosmos noch nichts zu tun hatten. Nach einer kurzen Einarbeitungs- und Betreuungsphase war es ihnen möglich, selbstständig mit dem beschriebenen System zu arbeiten. Das Projekt “BiotechAll” war das erste dieser Art und verfolgte zwei Forschungsfragen hinsichtlich Technologie und Didaktik:

  • Wie können statische Webseitenkonstrukte, wie sie ein Static-Site-Generator – auch hier GitBook – hervorbringt, interaktiver gestaltet werden?
  • Wie können OER-Materialien schon in der Anfangsphase der Entwicklung für die Weiternutzung konzipiert und optimiert werden?

Inspiriert von den Projekten des MIT Media Lab haben wir hier zwei Ansätze kombiniert und auf die erste Frage eine Antwort gefunden: Der Course-in-a-Box, den das Lab mit dem Static-Site-Generator Jekyll baut, haben wir mit der Forumsoftware Discourse verknüpft, die auch bei Learning Creative Learning und Play With Your Music zum Einsatz kommt. Dafür betten wir vorbereitete Threads aus Discourse per iframe in eine GitBook-Seite ein und kombinieren unsere offene Learning Community an der TUHH mit der linearen Struktur des BiotechAll-Projekts.

Hinsichtlich der zweiten Frage haben wir frühzeitig mit Lehrenden allgemeinbildender Schulen versucht, die Akzeptanz und Nutzung der Materialien zu prüfen. Hierbei wurde deutlich, dass es sinnvoll ist, potenzielle Nachnutzer_innen von OER-Material an der Konzeption zu beteiligen. Bisher arbeiten die gewonnenen Lehrkräfte noch nicht konkret bei der Erstellung und Weiterentwicklung von OER-Materialien mit.

Zwischenfazit. Während die technische Lösung, externe interaktive Inhalte in statische Seiten einzubinden, relativ einfach gelingt, bedarf es eines größeren Aufwands, das Lernangebot zu bewerben und die Zielgruppe zu aktivieren, dort auch tätig zu werden.

Weitere Projekte aus der HOOU

Zwei weitere GitBooks sind in den Projekten learn2compost (Team Prof. Dr. Kerstin Kuchta, TUHH) und Internationale Verhandlungen (Team NIT/Verena Fritzsche) entstanden. Das OER-Projekt “Tutorien zur Informatik” (Team Prof. Dr. Christian Kautz, TUHH) auf der Basis von LaTeX stellt ebenfalls Arbeitsblätter und Quellen unter einer freien Lizenz zur Verfügung.

Weitere OER-Projekte an der TUHH

Die HOOU hat in der TUHH für viele Entwicklungen den Impuls gegeben. So haben wir das beschriebene System auch in anderen Zusammenhängen eingesetzt und weitere OER-Materialien produziert.

Reflexion und Ausblick

Die Freiheit, auf jedem Desktoprechner die HTML- und PDF-Artefakte aus den Quelldateien generieren zu können, stellt gleichzeitig verhältnismäßig hohe Anforderungen an die technische Arbeitsumgebung sowie die Medienkompetenz der Nutzer_innen. Um den Einstieg an dieser Stelle zu erleichtern, haben wir einen Produktionsworkflow entwickelt, der diese Lernkurve zum einen vermindert, zum anderen aber auch genügend Spielraum nach oben lässt, um weitere Potenziale ausloten zu können und Fortgeschrittene nicht zu langweilen.4 Denn GitBook ist wie gesagt nicht der einzige (Static-Site-)Generator, der sich für die Produktion von OER eignet. Das MIT Media Lab hat es mit Course-in-a-Box vorgemacht, wie Kursmaterialien “5R-gerecht” entwickelt und bereitgestellt werden können. Hier kommt ebenso wie bei der Mozilla Foundation Jekyll als Static-Site-Generator zum Einsatz. Zur Klasse der Generatoren können im weitesten Sinne auch pandoc und pdflatex gezählt werden, die Ausgangsformate in Zieldateiformate bzw. Konstrukte umwandeln können.

Die Konzeption und Umsetzung des beschriebenen Systems zur Entwicklung von OER-Materialien mit Git/GitLab und Static-Site-Generatoren hat an der TUHH verschiedene positive Effekte gezeitigt. Die Kooperation zwischen den Autor_innen dieses Artikels mit dem Rechenzentrum und der Bibliothek der TUHH, dem Datenschutzbeauftragten der Hochschulen sowie den Early-Bird-Teams hat technische und soziale Aspekte rund um offene Bildungsmaterialien sehr konkret in den Fokus gerückt. Im Rückblick schätzen wir besonders den Vorgang der Installation und Anpassung komplexer offener technischer Systeme in der Hochschule als wesentlich ein für eine Entwicklung towards openness. Akteur_innen aus verschiedenen Einheiten der Organisation können somit am Thema Offenheit beteiligt werden – anders, als wenn proprietäre oder eingekaufte Tools zum Einsatz kommen.

So erscheint auch die Entscheidung für freie und offene Software im Rückblick sinnvoll und richtig, da wir im Vergleich zu den paid plans von GitBook.com und GitLab.com/GitHub.com in der Lage sind, unsere Installationen und Workflows an unsere Bedürfnisse anzupassen.

Schließlich sind wir davon überzeugt, dass die Kulturtechnik des Teilens mittels Git und GitLab für die Partizipation in der Open-Education- und Open-Science-Bewegung lernenswert und wichtig ist. Nachgelagert wichtig erscheinen hingegen Kenntnis und Können konkreter Produkte, denn deren Abwechslungsfrequenz ist höher, als es das Lernen in der Medienbildung zulässt.

Weitere Ausbaustufen

Usability verbessern. Im vergangenen Jahr wurde deutlich, dass die Arbeit in dem beschriebenen System besonders den Beitragenden innerhalb des Systems viel abverlangt. In diesem Prozess haben wir sehen können, was wir noch beisteuern müssen, damit Kollaboration an OER-Materialien einfacher wird. Wir konnten aber auch feststellen, dass die Open-Source-Community – und dazu gehören wir ja prinzipiell auch – hinsichtlich der Usability noch Arbeit hat, wenngleich gerade GitLab in diesem Punkt wirklich vorbildlich ist und für UI/UX einen eigenen Forschungsansatz hat. Sichtbarkeit von OER steigern. Mittelfristig werden wir daran arbeiten, die Sichtbarkeit des Systems, seiner Potenziale sowie der Ergebnisse innerhalb und außerhalb der TUHH zu erhöhen. Auffindbarkeit von OER verbessern. Damit die Potenziale von OER sich einlösen können, ist es wichtig, OER-Materialien auffindbar zu machen. Entsprechend ist ein Arbeitspaket, welches wir zeitnah angehen werden, die Definition geeigneter Metadaten für OER-Materialien.

Wir freuen uns über Feedback in den Kommentaren unten und laden alle Interessierten ein, sich in GitLab an der TUHH zu registrieren und gemeinsam in neue Projekte zu starten!

Veranstaltungshinweis

Das beschriebene System zur (Weiter)entwicklung von OER-Material stellen Axel Dürkop, Andreas Böttger und Dr. Tina Ladwig am 24.06.2017 in der Zeit von 15:30 bis 17:30 Uhr unter dem Titel Static Site Generators für die Entwicklung von OER nutzen auf dem OERcamp Nord in Hamburg vor.

Anmeldungen sind auf der Website möglich.

Lizenzhinweis

Der Beitrag “Ein technisches System für die kollaborative OER-Entwicklung im Experimentierfeld der TUHH” von Axel Dürkop, Andreas Böttger, Tina Ladwig und Sönke Knutzen steht unter CC-BY 4.0 und darf unter den Bedingungen dieser freien Lizenz genutzt werden.

Referenzen

Leopold, K. & Kaltenecker, S. (2013). Kanban in der IT: eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung schaffen (2., überarb. Aufl.). München: Hanser.


  1. Derzeit gibt es vom GitBook-Entwicklerteam drei verschiedene themes. Für die meisten GitBooks, die wir erstellen, verwenden wir theme-default. Für das Hop-on-Buch haben wir das theme-faq angepasst.↩
  2. Branches sind ein elementares Konzept von Git bzw. GitLab. Neben dem Hauptzweig der Entwicklung kann komplementären Entwicklungslinien gefolgt werden, die später integriert oder wieder verworfen werden.↩
  3. Der folgende Abschnitt erscheint zukünftig in der Publikation “Hop-on – Wege zum Berufsabschluss” im Rahmen der Hochschultage Berufliche Bildung 2017. Autor_innen: Christiane Arndt, Axel Dürkop, Dr. Tina Ladwig. Näheres unter https://www.berufsbildung.nrw.de/cms/veroeffentlichungen/hochschultage-bb-2017/index.html↩
  4. Wer sich mit Git auskennt, kann problemlos in dieses System einsteigen. Allerdings sind Kenntnisse von Git unter Nichtinformatiker_innen noch eher die Ausnahme. Um diesem Umstand zu begegnen, steigen alle Interessierten zunächst in die Arbeit im Browser ein und können dann auf eigenen Wunsch tiefer in die Arbeit mit Git einsteigen.↩
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https://projekte.hoou.de/p/2017/06/01/ein-technisches-system-fuer-die-kollaborative-oer-entwicklung-im-experimentierfeld-der-tuhh/feed/ 1
Startschuss für das Online-Lernangebot “Extremophile” mit Hamburger Schülerinnen und -schülern und Studierenden https://projekte.hoou.de/p/2017/04/24/startschuss-fuer-das-online-lernangebot-extremophile-mit-hamburger-schuelerinnen-und-schuelern-und-studierenden/ Mon, 24 Apr 2017 13:30:48 +0000 https://projekte.hoou.de/p/?p=4174 Viele Monate hat das Team vom “Institut für Technische Mikrobiologie” gemeinsam mit dem Zentrum für Lehre und Lernen (ZLL) der TUHH getüftelt und gebastelt. Nun ist es endlich soweit: Vom 24.04. bis 21.05.2017 findet der erste Durchlauf des Online-Lernangebotes “Extremophile” des Projektes MikiE – Mikroben im Einsatz statt. Entstanden ist das Projekt im Rahmen der Hamburg Open Online University, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, Lernangebote keineswegs nur für Studierende, sondern für alle fachlich Interessierten zu schaffen.

Dies ist dem MikiE-Team mit seinem Online-Lernangebot gelungen. Denn an dem vierwöchigen Online-Kurs nehmen derzeit 20 Schülerinnen und Schüler der Goethe-Schule Harburg und drei Studierende teil. Das MikiE-Team plant, die Kooperationen mit Schulen in den nächsten Monaten auszubauen, um auch weiterhin Schülerinnen und Schüler für das Lernangebot zu gewinnen.

In dem Kurs treten die Lernenden in drei virtuellen Teams zum Wettstreit um den “Enzym-Power-Preis” an. Gemeinsam arbeiten die Teams an einer Forschungsfrage zum Einsatz extremophiler Mikroorganismen für industrielle Anwendungen. Und das ist ein durchaus spannender Auftrag – denn wer hätte gedacht, dass sich durch den Einsatz von Enzymen Waschverfahren, Treibstoffe und Schweinefutter optimieren lassen?

Die grundlegenden mikrobiologischen Kenntnisse eignen sich die Lernenden in einem Wiki an, das einen Mix aus kurzen Texten, Videos und Quiz-Elementen bereitstellt. Ihre Arbeitsergebnisse tragen die Teams in einem Online-Whiteboard zusammen, in dem sie zum Projektabschluss eine animierte Präsentation erstellen und diese der Expertenjury vorstellen.

Der Frage, wie gut das kollaborative Schreiben in Online-Whiteboards gelingt, wird sich das ZLL in einer umfangreichen Evaluation annehmen. Hierbei soll u.a. durch Online-Befragungen und Interviews mit Lehrenden ermittelt werden, welche Chancen bzw. Hürden beim Arbeiten in Online-Whiteboards auftreten. Erste Erkenntnisse aus dieser Erhebung wird das ZLL auf der 12. Ingenieurpädagogischen Regionaltagung im Mai 2017 in Ilmenau vorstellen.

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Die letzten Early Birds der TUHH haben ihr Nest verlassen https://projekte.hoou.de/p/2017/04/05/die-letzten-early-birds-der-tuhh-haben-ihr-nest-verlassen/ Wed, 05 Apr 2017 09:08:48 +0000 https://projekte.hoou.de/p/?p=4099 Mit Abschluss der Vorprojektphase haben nun die letzten Early Birds der TUHH ihr Nest verlassen. Auch diese weisen wieder eine große Bandbreite an Inhalten, in Formen von Open Educational Resources, Lernwegen, Zielgruppen und technologischen Tools. Aber schauen Sie selbst unter den Projekten der TUHH und machen Sie gerne mit. Wir freuen uns auf Sie!

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„Boiling water is not too hot for us!“ https://projekte.hoou.de/p/2017/04/03/boiling-water-is-not-to-hot-for-us/ Mon, 03 Apr 2017 14:01:47 +0000 https://projekte.hoou.de/p/?p=4086 In dem Projekt MikiE können Lernerinnen und Lerner die Welt der extremophilen Mikroorganismen erkunden. Das MikiE-Team hat dieses faszinierende Thema nun auch für das Online-Journal „Frontiers for Young Minds“ aufbereitet.

Das Online-Magazin liefert Beiträge zu verschiedenen naturwissenschaftlichen Themen für Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 15 Jahren. Unter dem Motto „Science edited for kids, by kids“ werden sämtliche Beiträge nicht nur für diese Zielgruppe aufbereitet, sondern auch von Kindern peer-reviewed. Die zielgruppengerechte Sprache und die ansprechende grafische Gestaltung der Beiträge macht so richtig Lust auf Naturwissenschaften.

Hier ein Blick in den Beitrag.

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Restaurant oder Konferenztisch – Verhandlungsstrategien aus aller Welt – jetzt online https://projekte.hoou.de/p/2017/03/30/restaurant-oder-konferenztisch-verhandlungsstrategien-aus-aller-welt-jetzt-online/ Thu, 30 Mar 2017 09:55:07 +0000 https://projekte.hoou.de/p/?p=4078 Um international erfolgreich verhandeln zu können, muss man nicht nur Vertrauen aufbauen, sondern auch eine gute Kenntnis über Werte und Normen des Kulturkreises seines Gegenübers mitbringen. Damit sich am Ende alle Verhandlungsparteien als Gewinner fühlen, ist es wichtig, grundlegende Verhandlungsstrategien zu kennen.

Erhalten Sie in unserem Lernmodul einen Einblick in die Welt des internationalen Verhandelns und testen Sie Ihre Verhandlungskünste! Melden Sie sich bis zum 10. Mai unter marie-christin.weber@uni-potsdam.de an und nehmen Ende Mai an einem 30-45 minütigen Verhandlungsexperiment teil!

Ein Projekt von

Susanne Bannuscher-Hansen
Northern Institute of Technology Management
Tel.: 040-42878-3569

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